Sportief

Es gibt zwei Kategorien von Sportlern: Solche, die mit Sport Geld verdienen, und solche, die dafür Geld ausgeben. Wortmischers gehören zur zweiten Kategorie. Sohn 2.0 zum Beispiel lässt einen dicken Batzen seines Taschengeldes in einer Muckibude, mutmaßlich um der holden Weiblichkeit in seinem Bekanntenkreis einmal einen Waschbrettbauch präsentieren zu können. Die Zielsetzung von Tochter 1.0 ist im Vergleich dazu nur schlecht auszumachen; sie bezahlt zwar ein Selbstverteidigungsstudio mit monatlichen Raten, die man auch in ein schickes Abendessen zu zweit investieren könnte, besucht das Etablissement jedoch nie. Warum sie das so hält, habe ich nicht verstanden. So etwas können Väter nicht verstehen.

Ich selbst gebe gerne ein paar Taler dafür aus, mich mit Sohn 2.0 sonntags in einen Käfig sperren zu lassen, in dem wir uns eine Stunde lang kleine grüne Gummibälle gegenseitig um die Ohren und oftmals auch gegen die Wände schlagen. Und weil wir dabei manchmal ins Schwitzen geraten, lassen wir den unter Druck stehenden restlichen Dampf im Anschluss im Hochofen der Sauna abzischen.

Gestern nun kam Tochter 3.0 auf den Gedanken, diese Sportart für Verrückte namens „Squash“ auch einmal ausprobieren zu wollen. Und siehe da, auch Frau Wortmischer schloss sich an; zwar nicht um Gummikugeln zu klopfen, aber immerhin um Schweiß in der Sauna zu lassen. Auf diese Weise bereiteten sich Wortmischers auf die Begegnung mit der anderen Art der Sportler vor, mit denen, die für Sport Geld einnehmen statt es auszugeben. Auf dem Programm stand – wer hätte anderes vermutet? – das Finale der Europameisterschaft. Wortmischers hatten die Begegnung bereits Tage vorher akribisch vorbereitet.

Finale bei Wortmischers

Neben einer angemessenen Beflaggung hatten wir das Fernsehgerät, das normalerweise über Jahre hinweg in einem dunklen Kellerraum auf Logisgäste oder Bügelwütige wartet, nach oben ins Wohnzimmer geschafft, Getränkevorräte angelegt, die dazu geeignet waren, alle geladenen Rudelglotzer und darüber hinaus auch zufällige Gäste in ausreichendem Maße von innen zu befeuchten.

Zum Verlauf des Abends braucht nichts gesagt zu werden. Es wurde nämlich bereits alles gesagt und geschrieben. Und ehrlich gesagt fällt es mir heute auch gar nicht so leicht zu reden. Aber die Bilder des gestrigen Abends werde ich so schnell nicht vergessen: Die Kiddies der spanischen Spieler auf dem Platz, die Pokalübergabe und all die verrückten Details, die es nur in Spanien geben kann, wie zum Beispiel die katalanische Flagge, die sich Xabi um die Schultern gelegt hatte.

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So muss ein Sportwochenende bei Wortmischers aussehen. Dann darf sogar das Wetter so bescheiden ausfallen wie in den vergangenen Wochen und Monaten. Das lassen wir dann gerne mal durchgehen. – ¡Campeones!

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