Auf den Hund gekommen

Nochmal T. C. Boyle mit Gedanken, die er seiner Protagonistin Alma in die Gehirnwindungen legt:

„… Und Hundescheiße, sorgsam in Plastiktüten verpackt. […] Dass die Leute etwas Nützliches, biologischen Abfall, Fäkalien, das Endprodukt eines tierischen Prozesses in Plastik verpacken, damit zukünftige Archäologen es in tausend Jahren aus einer ehemaligen Müllkippe ausgraben können, ist reiner Wahnsinn. Diese Welt. Diese verrückte, zum Untergang verurteilte Welt. …“

(T. C. Boyle, Wenn das Schlachten vorbei ist, Hanser, 2012)

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5 Kommentare

  1. Boyle war schon mal besser. Ich habe keinen Hund, mag Hunde sehr gern, trete aber nicht gern in deren Haufen, aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen. Wenn also jemand den Haufen in eine Tüte tut, weil er ihn mit der Hand nicht anfassen möchte und im nächsten Mülleimer entsorgt, dessen Inhalt höchstwahrscheinlich nicht auf einer Deponie ( die Deponien, die unseren Müll noch fassen könnten, wären so hoch wie der Mount Everest ), sondern in einer Verbrennungsanlage landet, so hat er dafür meinen Segen. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass es möglich ist, innerhalb weniger Quadratkilometer mehrere Tausend Menschen mitsamt ihren Haustieren glücklich leben zu lassen und/oder auf dem Land zu leben in einer menschenleeren Gegend, wo der Haufen Scheiße vielleicht etwas Hützliches hat, ich für meinen Teil kacke deshalb trotzdem nicht in den Wald, nur weil ich das nützlich finden könnte und keiner da ist, um mir dabei zuzugucken.

    • Ich habe ebenfalls keinen Hund und möchte unsere Zivilisation auch keinem antun. Denn ich verstehe einerseits, dass niemand gerne in stinkende Tretminen stiefelt, finde andererseits aber die Plastiksäckchen albern.

      Kann es sein, dass Hunde in Großstädten nichts verloren haben? Oder mache ich mich gerade sagenhaft unbeliebt?

      Zu Deinem ersten Satz: Ich finde den letzten Boyle ziemlich gut. Er erinnert mich sehr an meinen Lieblingsroman „Drop City“, auch wenn er manchmal durch Wiederholungen ein bisschen eintönig rüberkommt.

    • Grundsätzlich teile ich Deine Ansicht, dass Hunde nichts in Großstädten verloren haben. Leider ist gerade dann, wenn so viele Menschen so eng auf einem Haufen leben, die Gefahr am größten, sich einsam und allein zu fühlen, das hört sich erstmal ziemlich kitschig an, trifft aber den Kern der Sache. Ausgleich schafft da ein Haustier, glücklicherweise, denn ich möchte nicht wissen, wieviele Amokläufe es gäbe, wenn die beruhigende Wirkung von Haustieren entfällt.
      Und Albern ist das Ganze, nicht der Plastiksack, denn „wenn der Topf aber nun ein Loch hat, lieber Heinrich“ fängt ja auch nicht damit an, dass der Stein zu trocken ist wenngleich die Kreise des Teufels nicht allzu weit entfernt liegen.

    • … Womit wir dann ja auch wieder bei Boyles Schlussfolgerung angelangt wären: „… reiner Wahnsinn. Diese Welt. Diese verrückte, zum Untergang verurteilte Welt.“ – Mit Hundekacke in Plastiktütchen und potenziellen Amokläufern, die von Haustieren sediert werden müssen.

      Man drehe es, wie man will: Der Mensch ist ein Auslaufmodell. Allerdings das erste Auslaufmodell, das sich selbst über seine fehlenden Perspektiven im Klaren ist; und dennoch nicht in der Lage ist gegenzusteuern. (Was ich übrigens nicht sarkastisch meine sondern vielmehr nüchtern darwinistisch.)

  2. Pingback: Wenn das Schlachten vorbei ist «

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