Besser ist das: Fairphone?

Mit großer Freude lese ich bei Isabel Bogdan die Artikelreihe Besser ist das, in der sie sich – weit gefasst – mit Konsum und dessen Folgen beschäftigt: „Natürlich hätte ich gerade gern ein Stück Schokolade. Aber ich möchte nicht, dass dafür Kinder versklavt werden, also muss ich abwägen, was mir gerade wichtiger ist. Es geht überhaupt nicht darum, mir irgendetwas zu verkneifen und Verzicht zu üben. Es geht darum, dass ich an ausbeuterischen Systemen nicht mehr teilnehmen möchte, oder jedenfalls so wenig wie möglich.“

So ähnlich denken bestimmt viele Menschen, ich wenigstens mache mir so meine Gedanken, auch in technologischer Hinsicht. Dem Fernsehen habe ich komplett abgeschworen, die Kiste bleibt aus und muss deshalb auch nie mehr ersetzt werden; andere Elektrogeräte versuche ich so lange wie möglich zu benutzen. Aber es gibt auch einen Apparillo, den ich nicht mehr missen möchte und zwar ein Smartphone.

Michael Jackson beim 3D-Puzzlespiel

Wer hier schon länger mitliest, weiß bestimmt, dass Apfelprodukte bei mir sofortige Exorzismushandlungen auslösen. Windowsvarianten führen zumindest zu heftigem Ausschlag, und auch mit der Google-Samsung-Welt habe ich inzwischen Identifikationsprobleme. Außerdem ist es ja kein Geheimnis, dass keiner der Hersteller dieser weit verbreiteten Geräte einen guten Leumund hat: Kinderarbeit und Lohndumping bei der Herstellung, grausige Bedingungen bei der Gewinnung der notwendigen Rohstoffe (Stichwort „Kobalt“), gezielte Lebensdauerbegrenzung der Smartphones allein schon durch die Unmöglichkeit eines Akkutausches. Und so weiter und so fort. Eigentlich verbietet sich der Besitz eines Smartphones, besser wäre es.

Weil ich aber nicht auf die Schokolade das smarte Telefon verzichten mag, habe ich heute eine Investition in die Zukunft getätigt. Die Leute bei Fairphone haben es sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Technologie zu fairen Preisen und zu fairen Bedingungen herzustellen und zur Anschubfinanzierung ein Crowdfunding-Projekt auf die Beine zu stellen.

Mir ist durchaus klar, dass Webseiten noch geduldiger als Papier sind, all die schönen Ankündigungen dieser Fairphone-Holländer im Tagesgeschäft und durch Sachzwänge möglicherweise den Bach runter gehen werden, oder letztendlich womöglich ein mittelmäßiges oder fehlerbehaftetes Gerät herauskommt, das in Hinblick auf Nachhaltigkeit keinen Deut besser ist als die Konkurrenz. Wer weiß schon, vielleicht geht der Laden auch in Konkurs, oder der Prokurist macht sich mit der Kasse aus dem Staub auf die Fidschi-Inseln. Man weiß es ja nicht.

Trotzdem habe ich vorhin 326,51 Euro an die Crowdfunder überwiesen und ein Fairphone vorbestellt. Ohne Ladegerät, ich brauche nicht noch eines. Dafür aber mit Android OS, also nichts für Euch Äppler. Aber wenn die Ankündigungen auf der Website wahr werden, dann kann man auf dem Ziegel irgendwann sogar ein Ubuntu-Betriebssystem installieren. Und das Beste überhaupt: Es wird keine BILD-Äpp vorinstalliert sein!

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Schaut Euch das mal an bei den Fairphones, besonders wenn Ihr ähnliche Bedenken hegt, wie ich sie eben geäußert habe. Wer schnell entschieden ist, kann sich noch bis morgen Mittag am Crowdfunding beteiligen und ein Fairphone vorbestellen.

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5 Kommentare

  1. Man kann auch jetzt noch bestellen, wie ich gesehen habe – obwohl die 5.000 Stück bis zum Stichtag nicht erreicht wurden.

  2. Pingback: Wie fair ist das Fairphone? |

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