Sommerzeit, Krimizeit

„Der Herbst kam unerwartet, weil die Menschen noch immer nicht vom Sommer Abschied nehmen mochten, dem heißesten und trockensten, an den man sich erinnern konnte.“
~ Henning Mankell, Die falsche Fährte

Wo Wallander waltet

Als Sommerurlaubsland empfehle ich gerne Österreich. Kärnten. Die Menschen dort sind so unkompliziert. Vor beinahe fünfzehn Jahren habe ich mir in der Leihbücherei einer kleinen Ortschaft am Ossiacher See – ohne Vorlage eines Ausweisdokuments und ohne Mitgliedskarte! – als Sommergast einen Roman eines mir bis dahin völlig unbekannten Autoren ausgeliehen: Henning Mankell, Mörder ohne Gesicht. Die restlichen Urlaubstage war ich gefesselt. Dieser Krimi hatte mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Ich las im Strandbad am See, in den Pausen unserer Wanderungen, vor dem Abendessen auf der Terrasse der Pension und bis spät in die Nacht auf dem Zimmer.

Seither sind Mankells Romane um den Kriminalkommissar Kurt Wallander im schwedischen Schonen längst Bestandteil der klassischen Krimiliteratur. Die Wallander-Krimis werden oft gelobt, weil es dem Autoren gelingt, seine Kriminalfälle mit gesellschaftskritischen Elementen zu verweben. Wenn ich ehrlich bin: mich nervt mittlerweile das dauernde, sich in allen Fortsetzungen wiederholende Gejammere um wachsende Brutalität, immer mehr fehlende Sozialkompetenz bei Menschen und Behörden. Mankell hat über zehn Wallander-Romane geschrieben, spätestens nach dem dritten oder vierten mag man es nicht mehr hören lesen.

Das fällt mir allerdings erst jetzt so massiv auf, da ich dabei bin, mich durch alle elf Geschichten hindurchzulesen, die die Wikipedia aufzählt. Ich verschlinge sie aber trotz des Nervfaktors, die Wallander-Krimis. Mich begeistert dieser Typ, der Wallander, der als Mensch so konsequent unorganisiert ist, dass er ständig Notizblöcke, Stifte, Handys, Dienstwaffen und Gesprächstermine vergisst, seine eigene Gesundheit bewusst vernachlässigt, gegen jede Art von Dienstvorschriften vorsätzlich verstößt und trotzdem seine Mordfälle löst. – Genial!

Der Mann der lächelte

Und weil das so ist, verschenke ich heute einen Wallanderkrimi, den ich doppelt im Regal stehen habe. Wer sich für Der Mann, der lächelte interessiert, schreibe bitte eine Bewerbung in Reimform (!) in die Kommentare. Am kommenden Montag suche ich mir den Kommentar aus, der mir am besten gefällt, und melde mich per E-Mail wegen der Versanddetails. Das Chiemseer Bier gehört übrigens nicht zum Geschenkpaket, es handelt sich bei der Abbildung vielmehr um einen unbedingt empfehlenswerten, hochsommerlichen Serviervorschlag.

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2 Kommentare

    • Spät bin ich dran, aber noch nicht zu spät, hoffe ich: Der Mechatroniker sackt den Wallanderkrimi ein, den er sich redlich verdient hat. Sich trotz fehlender Konkurrenz ein Gedicht aus den Rippen zu schnitzen, verdient brausenden Applaus! (Ich melde mich nach meinem internetzlosen Urlaub, etwa Mitte August zur Übergabe.)

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