Dokumentarfotografie

Leitermann mit dickem Rohr auf dem Autodach

Stellen Sie sich vor, Sie schauen bei der Zubereitung des Mittagessens zufällig aus dem Fenster und sehen, was ich heute zu Gesicht bekam. Wie würden Sie reagieren?

a) Ich würde mir mit dem Küchenmesser vor Schreck die Fingerkuppe absäbeln und laut schreiend in den Luftschutzkeller laufen.

b) Ich würde sofort den Laptop aktivieren und einen Verpixelungsantrag an Google stellen.

c) Ich würde meine eigene Kamera zücken und zurückknipsen. Wie Du mir, so ich Dir!

d) Von wegen Kamera! Ich würde die Schrotflinte in Anschlag bringen und den Vogel von der Leiter schießen.

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Wozu ich mich spontan entschieden habe, seht Ihr ja. Außerdem begab ich mich umgehend nach draußen, um den Herrn mit dem fetten Objektiv auf der Leiter nach seinem Begehr zu befragen.

Es stellte sich heraus, dass der Leitermann bereits am Vortag mit der Schmerzdame gesprochen und um Erlaubnis gefragt hatte, unser Haus fotografieren zu dürfen. Außerdem hatte er auch angekündigt, zu diesem Behufe auf sein Autodach klettern zu wollen; wir sollten uns nicht erschrecken.

Der Gute stellte sich mir vor als Rhodri Jones, seines Zeichens Dokumentarfotograf walisischer Herkunft mit Wohnsitz in Italien. Das erklärte zumindest das italienische Kennzeichen seines fahrbaren Aussichtsturmes. Und wenn das Internetz recht hat, werden wir unsere Hütte demnächst in einem jones’schen Fotoprojekt wiederfinden.

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