Wahl im Narrenhaus

Wir haben die Wahl im Narrenhaus

Ich verrate jetzt mein Wahlgeheimnis. Also nicht die Stellen, wo ich meine Kreuze gesetzt habe. Die kennt Ihr ja schon. Ich verrate, warum ich immer fröhlich und gerne zu Wahlen gehe. Das liegt nämlich daran, dass wir in einem Narrenhaus die Wahl haben. Wir setzen tatsächlich unsere Kreuze bei den Narren, im Vereinsheim des örtlichen Karnevalsverein.

Da geht man immer fröhlich rein und auch wieder raus, ganz egal, wem man seine Stimme gegeben hat. Das ist immer ein bisschen wie Weiberfastnacht in Köln: Egal was man treibt, am nächsten Tag ist wieder alles so, als sei nichts gewesen.

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Und tatsächlich ist heute sowas wie Aschermittwoch, die gelben Wahlkampfumzugswägen sind in den Fluten von Rhein, Main und Spree abgesoffen, die grünen Karren sind auch stecken geblieben, der rote Peer ist beleidigt, und Mutti Merkel legt die Wahlkampftröte zur Seite, ihre Fingerspitzen aneinander und fragt sich, woher sie die drei oder vier fehlenden Stangenhalter außerhalb der schwarzen Truppe nehmen soll, die ihr zum Aufräumen für eine Parlamentsmehrheit fehlen. Gelb sind die jedenfalls nicht mehr, grün werden sie auch nicht sein, das haben wir gestern Nacht schon gehört.

Meine persönlichen politischen Hoffnungen habe ich auch für die nächsten vier Jahre im Narrenhaus beerdigen müssen.

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