Beine vertreten

Es gibt Zeiten, da wundere ich mich abends, wenn ich nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme, wo die ganze Zeit geblieben ist. Ich fange um acht an und komme oft nicht vor acht zurück. Zugegeben, mit langer Mittagspause zwischendurch. Aber trotzdem sind das zehn, elf Stunden täglich, die mir aber vorkommen wie drei oder vier. Der Tag rauscht an mir vorbei wie die Autos in der Tempo-30-Zone vor meinem Bürofenster: Er hält sich ebenso wenig an eine Geschwindigkeitsbegrenzung wie die Autofahrer.

Nicht dass ich mich beklagen will, keineswegs. Die Aufgabe verlangt diesen Einsatz, und ich bin bereit ihn zu leisten. So einfach ist das.
Aber leider bleibt danach kaum mehr Lust auf Internettes übrig. Schade. Die beiden letzten Freitagstexter sind beispielsweise völlig an mir vorüber gegangen. Außerdem habe ich zwei oder drei Blogs entdeckt, in denen ich ganz gerne mehr nachlesen würde als nur die aktuellen Einträge. Komm ich aber auch nicht dazu.

Dieses Gefühl, etwas gerne machen zu wollen, aber nicht dazu zu kommen, erzeugt im besten Fall Unzufriedenheit, schlimmstenfalls ein schlechtes Gewissen. Deshalb nehme ich mir einmal eine bewusste Auszeit. Mit Ansage. Ich sage hiermit eine Blogpause an, schreibend wie lesend.

Damit in der Wortmischerei aber nicht die Fenstergläser eingeworfen und die Wände mit Graffiti besprüht werden, habe ich eine Gastschreiberin eingeladen hat mich eine Gastschreiberin überredet, hier das Haus zu hüten, während ich regeneriere.
Begrüßen Sie mit mir Frau Charlotte, die ich immerhin so gut kenne, dass ich ihr die Schlüssel zur Wortmischerei überlasse, obwohl sie mir nicht verraten wollte, was sie hier vorhat. – Bitte seid nett zu ihr.

Haltet die Stellung, bis in ein paar Wochen. ¡Hasta pronto!

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