Patrick Wer?

Patrick Modiano

Damit Sie den auch mal gesehen haben: So sieht ein Literaturnobelpreisträger aus. Von Jahr zu Jahr bekommt man als Interessierter mehr das Gefühl, das Nobelkomitee beabsichtige, sich interessant machen zu wollen, indem sie Literaten auszeichnet, die möglichst niemand kennt. Ist ja vielleicht auch viel gerechter so: Man nehme die Top 100 der bekannstesten Schriftsteller und verleihe den Nobelpreis an denjenigen, der an letzter Stelle steht. Der braucht den Zaster wahrscheinlich eher als jemand aus den Top Ten.

Ich gedenke übrigens nicht, irgendetwas von Patrick Modiano zu lesen. – „Für die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der [deutschen] Besatzung sichtbar gemacht hat.“ Befindlichkeiten. Schwere Geschichtskost. Ach, lasst mich doch in Ruhe.

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Von meiner Halde habe ich gestern Abend einen Roman geklaubt, den ich zuletzt vor 30 Jahren gelesen hatte. Desideria von Alberto Moravia. Dessen Romane hatte der Vatikan im vergangenen Jahrhundert noch wegen Obszönität auf den Index gesetzt, während der Autor gleichzeitig Literaturpreise dafür erhielt. Der Nobelpreis war allerdings nicht darunter.

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