Supergeil

Ich muss es mir mal von der Seele schreiben. Schon aus therapeutischen Gründen: „Ich hasse die Radiowerbespots für das Saidäbachä-Müsli!“ Die sind alle krank. Egoman. Unerträglich. Wobei egomane Werbung durchaus auch bei mir ankommen kann. Ziemlich supergeil finde ich zum Beispiel Friedrich Liechtenstein, den swingenden Pop-Grufti aus der Edekawerbung.

DIE ZEIT: Das Lachen ist genauer als der Kopf, Interview mit Friedrich Liechtenstein

Die Aussage der Edekaspots ist zwar nicht minder platt als die des Herrn Saidäbachä. Aber der Hauptdarsteller macht den Unterschied. Liechtenstein ist ein selbst inszeniertes, absurdes, aber genau deshalb bewundertes Totalkunstwerk. Kids an meiner Schule sagen: „So einen Papa fände ich total cool.“ Die Eltern dieser Kinder denken wahrscheinlich: „Das würde ich mich gern auch mal trauen.“

Und ich schreibe: Solange es Typen wie diesen Liechtenstein gibt, ist unsere Gesellschaft noch nicht verloren. Solange halten wir auch die Saidäbachäs dieser Welt aus.

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3 Kommentare

  1. Seltsam. Bei mir ist es gerade andersrum …
    Liegt wohl auch daran, dass ich die Geschichte kenne, wie der Herr Pfannenschwarz (Geschäftsführer von S…) in die Werbung kam. Der hat das wohl aus Jux mal probiert, und es war auf Anhieb so schlecht, dass es schon fast wieder gut war und schon war’s passiert. Wobei das früher™ natürlich (wie alles) besser war, als kleine Mädel noch sein Läckerläckerläcker beigesteuert hat.
    Doku dazu gefällig (durchaus nicht unkritisch)? http://www.swr.de/marktcheck/marktcheck-checkt-seitenbacher-lecker-lecker-lecker/-/id=100834/did=10458664/nid=100834/15e0fze/index.html

  2. Danke für den Link. – „Die teils nervige Selfmadewerbung sorgt für einen immensen Bekanntheitsgrad.“ Diese Aussage unterschreibe ich sofort. Und wie es in dem verlinkten Spot auch heißt: Die Seitenbacher-Werbung polarisiert. Entweder man findet sie gut oder man hasst sie. Gleichgültig lässt sie niemanden.

  3. Pingback: Weabung! | Wortmischer

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