Der Güldene Freitagstexterpokal

Waren Sie schon mal beim Pferderennen? – Falls nicht, erkläre ich Ihnen, wie das normalerweise abläuft. Da starten zwei Handvoll Gäule und rennen ein paar Runden um die Bahn. Dabei fallen gleich zu Anfang einige weit abgeschlagen zurück. Ihnen voraus eilt ein Feld mehr oder weniger gleich schneller Rösser, das sich allerdings im Laufe des Rennens ziemlich auseinander zieht. Ganz vorne sind es dann nur zwei oder drei, die sich einen Fight liefern, solange bis sich dann doch einer absetzen kann und mit deutlichem Vorsprung gewinnt. Ich sag mal: Solche Pferderennen sind die Regel, und ich finde sie ziemlich langweilig.

Sehr selten sind Rennen, in denen fast alle bis zum Schluss gleichauf liegen und man erst in der allerletzten Sekunde unter Zuhilfenahme des Zieleinlauffotos erkennt, wer denn tatsächlich die Schnauze vorne hatte. Aber genau so einen seltenen Freitagstexter hatten wir in dieser Woche!

Sehr selten sind Rennen, in denen fast alle bis zum Schluss gleichauf liegen und man erst in der allerletzten Sekunde unter Zuhilfenahme des Zieleinlauffotos erkennt, wer denn tatsächlich die Schnauze vorne hatte.

Ihr habt mich echt fertig gemacht. Ergebnislos endete die Jurysitzung in der Dienstagnacht, trotz aller Aufputsch- und Beruhigungsmittel sah ich mich nicht in der Lage, einen Sieger zu küren und ging irgendwann frustriert zu Bett. Nachts träumte mir dann von Hufgetrappel benhurscher Klangdimensionen, Eure Rösser stampften mich, den Kerl mit der Zielfahne, unter die Grasnarbe, und ich erwachte heute, am Aschermittwoch, gerädert und zerschlagen.

Also nahm ich mir zum extrastarken Morgenkaffee das Zielfoto nochmals zur Hand und suchte nach dem siegreichen Ross samt Reiter. Auf dem Foto zu erkennen sind:

  • der „klosterfreie Tag“, geritten von Frau La Mamma;
  • die „cellulitisfreie“ Erphschwester;
  • der „Blasenkatarrh“ des bekanntlich blogfreien Herrn Hubbie, der mich wie stets im Angesicht solcher Vokabeln in Rechtschreibstarre stürzte;
  • die „enttäuschte Freierin des schwulen Pfarrers“ der Testsiegerin;
  • die „neue Novizin auf dem Weg zur Umkleidekabine“ von Hele, die irgendwann im vollen Galopp ihre Blog-URL verloren haben muss;
  • die „venezianischen Ordensfrauen mit hochwassertauglichem Habit“ des Herrn Vielfraß;
  • die mysteriöse „Unschuldsvermutung für Jacky O.“ unseres eidgenössischen Kulturflaneurs (weiß er mehr als wir anderen?);
  • die subtile „Geschlechtsbestimmung Gottes“ durch den Herrn Leisetreter, der sich ganz zuletzt noch in die Spitzengruppe vorgekämpft hat.

Ich sage Ihnen, erst mit der Lupe und nach Abzählen aller Grashalme konnte ich erkennen, dass …

Was würden Sie unter dieses Foto schreiben?
„Glaubst du, sie wird sehr enttäuscht sein, wenn sie merkt, dass der Herr Pfarrer nicht auf Frauen steht?“

… letztlich die Mähre von Barbara Lehner das Schnäuzchen um ein paar Millimeter vorne hatte. Ihr Spruch war einfach zu bös und hat mich sogleich in Genderüberlegungen hinsichtlich der Klosterschwester in der Bildmitte gestürzt. Der Himmel steh mir bei!

Wir sehen uns also am kommenden Freitag wieder einmal bei der Testsiegerin zur Fortsetzung des Freitagstexters. Und lassen S‘ bloß Ihren Pokal nicht stehen, Frau Lehner!

Zum FreitagsNexter

 

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Freitagstexter

Stellen Sie sich vor: Vom Herrn Bee habe ich für einen Texthinweis zur Gleichstellung weiblicher Royal Guards einen Wanderpokal verliehen bekommen. Nein, was für eine Freude!

Mein letzter Bildbeitrag zum Freitagstexter ist ja schon ein Vierteljahr her, und so hat sich eine ganze Menge Fotomaterial in meiner Schuhschachtel angesammelt, das auf Veröffentlichung wartet. Angesichts der aktuellen Aufmerksamkeitswelle, auf der unser göttlicher Stellvertreter auf Erden dank seiner ewig gültigen Erziehungshinweise surft, habe ich mich für eine Abbildung aus der katholischen Welt der Sechzigerjahre entschieden, zu der Sie nun Ihren Senf abgeben können und müssen.

Lassen Sie Ihre religiöse Ader pulsieren und sagen Sie uns, was auf dem dieswöchigen Freitagstexterbildchen zu sehen ist.

Alle Frauen sind gleich.

Wie immer habe ich das Foto aus einer E-Mail geklaubt, die mir ein freundlicher Zeitgenosse zugestellt hat. Es stammt aus dem Jahr 1968, sagt er.

Fünf Tage haben Sie nun Zeit, sich eine Bildunterschrift auszudenken. Wer die Freitagstexterregeln noch nicht kennt, der möge sie beispielsweise hier nachlesen. Alles, was vor Beginn der Geisterstunde des 18. Februar in den Kommentaren landet, wird berücksichtigt. Die Textergemeinde und ich freuen uns auf Ihre geistlichen Ergüsse! Hau’n sie in die Tasten …

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