Elf spätgelesene Fragen

Frau Spätleses Liebsten

Frau Spätlese verteilt Preise, auf die Preisträger warten elf Fragen. Na, dann wollen wir mal. Oder?

1. Welche Ziele verfolgst Du mit Deinem Blog?

Ach, du liebes bisschen! Das geht ja gut los. Direktemang mit psychologischer Tiefenbohrung ins Großhirn. Aber machen Sie sich mal keine allzu großen Hoffnungen auf schummrige Erkenntnisse. Ich will hier weder ein Kindheitstrauma aufarbeiten, noch die Menschheit aufrütteln. In früheren Jahrhunderten wäre ich wahrscheinlich Geschichtenerzähler geworden, oder Hofnarr, weil ich nur allzu gerne fabuliere und schwadroniere. – Gebt mir irgendein Stichwort, und ich lege los. Da findet sich immer etwas, was heraus will. Wenn mir dabei jemand zuhört beziehungsweise mitliest, um so besser.

2. Welchen Film sollte man Deiner Ansicht nach auf jeden Fall gesehen haben?

Keine Frage: Is‘ was, Doc? – Mit Barbara Streisand und Ryan O’Neal. Mein Lieblingszitat aus dem Film:
Richter an den Zeugen: „Was sind Sie von Beruf?“
Zeuge (streicht sich maniriert die Haartolle nach hinten): „Ich bin Doktor. Doktor der Musik.“
Richter: „Können Sie ein Radio reparieren?“
Zeuge: „Nein.“
Richter: „Dann halten Sie den Mund.“

3. Welchem der vier Temperamente würdest Du Dich zuordnen?

Da brauche ich auch nicht lange nachzudenken, obwohl ich von Humoralpathologie, Säftelehre, mehrfarbiger Galle, Blut und Schleim etwa soviel Ahnung habe wie ein Amazonasindio von Zen-Buddhismus. Es gibt glücklicherweise ein paar freundliche Anthros in meinem Umfeld, die mir ohne Ausnahme den fast blütenreinen Sanguiniker bescheinigen. – „Der Sanguiniker wird heiter in seiner unbetrübten Art über den Stein hinweg hüpfen oder klettern.“ Ja, das könnte hinkommen.

4. Wenn Du die Wahl hättest, wo würdest Du gerne leben?

So eine Gaudi!(War eh klar, oder?)

5. Welches ist Dein Lieblingstier und warum?

Hören Sie mal, können Sie bitte mit Ihrem Ohr ein bisschen näher ran kommen? Ich will das nicht so rausschreien, aber ich steh ja schon ziemlich auf

6. Welches ist Dein Lieblingsgemüse und warum?

Ohne Worte

Die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet. Ich habe keine Ahnung.

7. Welches ist Dein Lieblingsobst und warum?

Ich habe kein Lieblingsobst. Im zarten Alter von acht oder neun Jahren hab ich mir mal an Dosenananas tierisch den Magen verdorben. Seither steigt mir jedesmal der Sud die Speiseröhre empor, wenn ich Ananas rieche oder gar schmecke.

8. Welche Musik hörst Du am häufigsten?

Na ja, was soll ich sagen

9. Würdest Du eher einen Nutzgarten oder einen Ziergarten anlegen?

Argh! An diesem Thema bin ich in den vergangenen zehn Jahren grandios gescheitert. Ein einziges Debakel, kann ich Ihnen sagen. Höchstens Steine. Steine kann ich!
Aber immerhin hab ich mich über Gärten erst vor ein paar Tagen ernsthaft  mit Frau Rosenherz in den Kommentaren unterhalten.

10. Feuer, Wasser, Erde, Luft – welchem Element würdest Du Dich zuordnen und warum?

Luft. Siehe Frage 3.

11. Hast Du jemals einen Blogeintrag bereut, den Du veröffentlich hast, und wenn ja warum?

Ach ja, es gibt eine ganze Menge so richtig schlechter Texte von mir, seit ich vor über einem Dutzend Jahren mit dem Bloggen begonnen habe. Aber bereut? – So richtig bereut hab ich keinen. Wahrscheinlich liegt das an der Verklärung der Vergangenheit. Man verdrängt ja gern die Jugendsünden.

~

Man möge mir vergeben, dass ich die elf Fragen nicht weitergebe. Nehmt es nicht persönlich, das liegt an einem psychischen Defekt.

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14 Kommentare

  1. „Gebt mir ein Stichwort und ich lege los!“
    Gut zu wissen. Darf ich Ihnen dann und wann ein Stichwort zukommen lassen?
    So ein Geschichtenerzähler ist ein wahrer Schatz. Ein sanquinischer Geschichtenerzähler noch dazu. Vermutlich gefällt es mir hier bei Ihnen deshalb sosehr: Ich mag Geschichten, die gut erzählt sind.

    Und erst jetzt begreife ich, vor welch enorme Herausforderung ich Sie mit meiner Frage nach dem spanischen Garten(bau) gestellt habe.
    Was die (verdrängten) Sünden aus jungen Jahren angeht, da wären Sie beim nächsten Tagebuchslam in St. Pölten höchst willkommen. Das Thema lautet nämlich: Jugendsünden.

    • Ein interessantes Stichwort nehm ich immer gern! Und wenn die Sankt-Pöltener mal einen Spam Slam im Sommer veranstalten, komm ich bestimmt mal vorbei und schau oder hör mir das an. Jetzt ist es mir eindeutig zu kalt zum Reisen. Ich hab da so was Reptilienhaftes: Wenn es kalt wird, bewege ich mich nur noch in Zeitlupe.

  2. Sehr geehrter Herr Wortmischer, ich bedanke mich aufrichtig hocherfreut über die ausführlichen Antworten. Dadurch konnte ich auch die Elefantengeschichte kennenlernen, welche mir bisher entgangen war.
    Sehr, sehr schön.
    Und ich beneide Sie um die schönen Pfirsiche, denn auch ich mag keine mehr kaufen und für unseren eigenen Pfirsichbaum (hier oben im kalten Norden) gibt es leider zu selten die erforderlichen schönen Sommer.
    Ach, und ich möchte, wenn auch ich darf, sehr gern, wie Frau Rosenherz, Ihnen ab und zu ein Stichwort zukommen lassen. Denn auch ich mag Ihre Geschichten sehr.
    Aber das sagte ich ja schon.
    Viele liebe Grüße aus dem kalten Norden.
    Frau Spätlese

    • „Der baltische Pfirsichbaum“! Da könnt man ja direkt einen Romantitel draus machen. Ich nehm das aber jetzt mal noch nicht als Stichwort.
      Erst freu ich mich mal ausgiebig, dass Ihnen meine elefantöse Geschichte gefallen hat. – Der Saramago-Roman ist übrigens eine unbedingte Empfehlung für Elefantenfreunde, ich hab ihn gerade wieder mit größter Freude gelesen.

    • Wieso Schwert? Hör ich mich etwa an wie eine Shakespeare-Figur?

    • Nein, das nicht. Ihre Art zu Schreiben wirkt auf mich sehr inspirierend. Da kommt eine Lust auf zum Fabulieren – und für allerlei Sprachspielerei. Wie herrlich schön ist das Leben! Und, dass dem Menschen Sprache ist gegeben.

  3. Das waren mal gute Fragen und unterhaltsame Antworten. Beim Lieblingsgemüse rätsele ich noch, was Sie da zeigen (Schwarzwurzeln mit Walderdbeeren im Salatbett?)
    Das Filmzitat ließ mich schmunzeln. Vielen Dank!

    • Schwarzwurzeln? Um Himmels Willen, das ist doch Spargel!

  4. Pingback: Fragen Sie Frau Annette | Wortmischer

  5. Ich liebe Bebe! Großartige Musik und die Stimme!
    Das mit dem Lieblingstier würde mich ja nun doch interessieren. Gibt es Tiere über die man nicht reden darf?

    • Man darf über alle Tiere reden, auch schreiben. Muss man sogar, wenn man seinen Anspruch als Blogger ernst nimmt.
      Und um dann von solchen Tieren zu lesen, reicht es aus, auf die drei Pünktchen am Satzende zu klicken ;-)
      (Protipp)

  6. Ah, Elefanten! Eine schöne Geschichte, die Du da erlebt hast mit Bimbo.
    Meine erste Katze sah gerne fern. Am liebsten natürlich Tiersendungen.
    Wenn allerdings Elefanten zu sehen war, schrie und wehklagte sie ganz furchtbar und floh unter das Bett. Ich frage mich bis heute, was in ihr vorging.

    • Wer weiß schon, was in Katzen vorgeht. Meine letzte Katze hat auch gern mit der Familie ferngesehen. Sobald allerdings Daktari lief und der Löwe Clarence auftauchte, ging sie ebenfalls stiften.

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