Gotcha! – Ein irrer Trip

It has been your choice!

Ich wünsche den Kräften des Widerstands Durchhaltevermögen, Besonnenheit und kluge Streiter.
Frau Lakritze

Ich hätte nicht gedacht, dass er mich doch noch erwischt. Seit der Veröffentlichung meines verrückten Albtraumes über Trump hatte ich mir fest vorgenommen, nicht auch noch als dreihundertfünfundneunzigtausendster Privatblogger auf ihn hereinzufallen und mit Donald-Bashing eine weitere kleine Bühne für seine frechen Auftritte zu eröffnen. Doch nachdem ich gestern ein sehr gefasstes, aber treffsicheres Lamento der geschätzten Nachbarin Frau Lakritze gelesen habe, für das sie die Kommentare abgeschaltet hat, um nicht ähnliche Troll-Attacken zu erleiden, wie ein ihr verbundenes Blog, habe ich beschlossen, doch etwas zu sagen, Position zu beziehen und eindeutig Stellung zu nehmen.

My favorite Fake President

Take one. It’s free!

Das System Trump ist gefährlich wie eine frei schwingende Abrissbirne: Sie kann jeden erwischen, der ihr zu nahe kommt. Trump selbst ist gefährlich und mit ihm alle, die ihn steuern. Gerade wir Deutschen, die wir auf eine unrühmliche Vergangenheit mit einem regierenden Despoten zurück blicken, sollten gerade heraus sagen, was wir denken. (Ja, ich weiß, das ist eine abgedroschene Floskel. Aber für mich hat sie nach wie vor Gültigkeit.)

Ich möchte mich unbedingt Wort für Wort Frau Lakritze anschließen, siehe Zitat ganz oben unter dem Titelbild. Ich drücke allen die Daumen, die sich nicht für dumm verkaufen lassen, die nicht kuschen sondern dagegen halten.

Diverse Anmerkungen:

  1. Die Kommentare zu diesem Beitrag halte ich bis auf Weiteres einmal offen. Mal sehen, ob ich dabei bleiben kann, ohne mich schwarz zu ärgern.
  2. Der Titel dieses Beitrags gehört ursprünglich zu einer US-amerikanischen Actionkomödie aus den Achtzigern. Ein sehr lustiger Streifen, der allein schon deshalb nichts mit Donald Trump zu tun hat.
  3. Die Links auf Seiten zum Thema (siehe unten) ergänze ich auch künftig, da ich befürchte, dass es da immer mehr Wichtiges nachzulesen geben wird.
  4. Die Grafik mit meinem Lieblings-Fake-Präsidenten ist von mir und darf gerne mitgenommen und ohne Einschränkungen anderswo veröffentlicht werden. Willkommen im Club. Take one. It’s free!

Bemerkenswerte Links zum Thema (letzte Aktualisierung: 23.2.2017)

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25 Kommentare

    • Noch ist es ja nicht so weit. Und wenn wir Glück haben, wird es auch nicht so weit kommen. Aber mulmig ist mir schon, wenn ich daran denke, was der Kerl alles anrichten kann in vier Jahren.

  1. Wir Deutsche geben momentan noch ziemlich das Kaninchen vor der Schlange und springen bei jedem Tweet panisch im Dreieck. Vielleicht schaffen wir es ja noch zu einem etwas weniger hysterischen und selbstbewussten Umgang mit der Abrissbirne bevor wir sie an den Kopf bekommen.

    • Vor Trumps Tweets graut es mir eher nicht. Über die kann ich sogar meist noch lachen. Über die Dekrete, die er unterzeichnet allerdings weniger. Und seine Grundhaltung, verbunden mit fehlender Bildung, fehlender Kultur und fehlendem Einfühlungsvermögen, lässt mir Schauer den Rücken hinunter laufen.

    • Gute Zusammenfassung des Unbehagens; vielleicht noch: nach dem, was ich so gelesen habe, traue ich ihm nicht zu, aufgrund eigener, innerer Überzeugungen zu einem Urteil zu kommen (innen herrscht vielleicht nichts als kalte, gähnende Leere); so einer läßt sich prächtig manipulieren. Ein nützlicher Idiot.

  2. Der Button ist hübsch, den habe ich mir gleich mal mitgenommen.
    Ich hätte das Thema ja auch gern Berufeneren überlassen, nur macht es mich völlig fertig, daß es tatsächlich Leute gibt, die als Apologeten auftreten. Die Verteidigung der Abrißbirne, um mal das Bild zu verwenden — da schien mir Distanzierung nötig.
    Für die Linkliste hätte ich noch einen schönen Twitterfeed: @realDonaldCntxt.

    • Schön, dass Du den Button mitgenommen hast. So war das gedacht.
      Und vielen Dank für den Link zu Twitter. Hab ich gern & sofort in meine Liste aufgenommen. (Sonst noch jemand einen Link auf Trump-Content parat? Etwas, das man gelesen haben muss?)

    • Ich hätte auch noch zwei lesenswerte Texte zum Thema.

      Erstens analysiert Stassa Edwards in The Slot auf Jezebel das Auftreten von Trump und Entourage: In Trump’s Fascist Aesthetic, Dissenters Are Losers and the Photograph Rules. Das ist ein völlig unhysterischer Artikel, aber ziemlich beunruhigend. Lässt mich an den Trump-Fans verzweifeln.

      Zweitens hat sich John Scalzi ein paar Gedanken zu den ersten beiden Wochen der Administration Trump gemacht: A Fortnight of Trump. Das ist mehr aus dem Bauch geschrieben und ansatzweise tröstlich, weil er nach vorne schaut und Pläne schmiedet, auch wenn’s beunruhigend genug bleibt.

    • Oha & danke! Habe eben kurz quergelesen und festgestellt, dass ich das morgen einmal genauer in Augenschein nehmen muss …

  3. Pingback: Geteilt von WordPress - Was(keine)FreudeMacht

  4. „Freischwingende Abrissbirne“ ist der beste Vergleich, den ich bisher gelesen habe. Genauso benimmt er sich.

    Ich verstehe wirklich nicht, wie so viele Zeitgenossen den Mann, sein Verhalten, sein Programm und seine Truppe gutheißen und so vehement verteidigen können wie in dem von Lakritze erwähnten Kommentargeballer. Ich schließe mich Euch an: „Ich wünsche den Kräften des Widerstands Durchhaltevermögen, Besonnenheit und kluge Streiter.“

    • Danke für Deinen Zuspruch! – Der Begriff „Abrissbirne“ stammt übrigens nicht von mir sondern von einem jungen, gebildeten Amerikaner, der gefragt wurde, wieso er Trump gewählt habe. Seine Antwort: „I wanted to send in a wrecking ball!“

      Ich befürchte, dabei handelt es sich um eine Art von Negativ-Wahlverhalten. Sozusagen um ein „Die-wollen-wir-nicht!“. Dumm ist nur, dass solche Negativ-Wähler nicht berücksichtigt haben, dass sie letztendlich selbst in den Pendelbereich der Abrissbirne rücken werden. Zu kurz gedacht. Aber das werden sie wohl früher oder später selbst erkennen (müssen).

    • Klar, das ist der berühmte Backstein durch’s Schaufenster des Establishments. Die Botschaft ist angekommen, nur hat man jetzt den Kindskopp und sein Gruselkabinett an der Backe für vier Jahre. Es wird nicht lange dauern, bis sich ein guter Teil der Wähler umschaut und glaubt, im falschen Film gelandet zu sein. Da werden noch manchem die eigenen enthusiastischen Reden nach der Wahl sauer aufstoßen…

    • Hoffen wir, dass Du recht behältst und sich Trump-Wähler irgendwann betreten „umschauen“ werden. Ich habe Angst davor, Parallelen zu 1933ff ziehen zu müssen: Trump wird zwar keine Autobahnen, aber immerhin eine Mauer bauen. Wer weiß, wie viele Menschen er damit ködern wird können …

      (Das mag sich übertrieben anhören, und das hoffe ich ja auch. Aber schließlich habe ich auch niemals auch nur in meinen kühnsten Albträumen gemutmaßt, dass dieser Irre überhaupt nur die Vorwahlen gewinnen hätte können.)

    • Ich vermute mal, dass irgendwann die Leute, denen man jetzt das ACA abstellt, krank werden und u.U. sterben, weil sie keine Versicherung mehr haben und sich keine ärztliche Versorgung und Medikation mehr leisten können.

      Auch kann es gut sein, dass das Wirtschaftswunder ausbleibt und ein paar tausend neu geschaffene Jobs in der Zulieferindustrie der Autofirmen die zigtausend durch protektionistischen Unfug vernichteten Arbeitsstellen nicht aufwiegen können. Das letztere dürfte seine Kernwählerschaft treffen, die ländlichen weißen Abgehängten.

      Bleibt die Frage, ob die dann aufwachen oder ob sie sich vollends an ihren vermeintlichen Erlöser hängen, der vielleicht noch Brot und Spiele liefert oder einen gemeinsamen Feind, gegen den man mit Fackeln und Mistgabeln ziehen kann. Ich mag mich da noch nicht festlegen :/

  5. Meine ursprüngliche Hoffnung war und ist im Augenblick noch ein schnelles Amtsenthebungsverfahren, um einen offensichtlich zur Präsidentschaft unfähigen Soziopathen zu entfernen. Vielleicht wird es die Kernwählerschaft sein, die ein Jobwunder einfordert, vergessen hat, dass schon Reaganomics ein protektionistisches Jobvernichtungsprogramm war und eine Stagflation nicht für möglich hält – nebenbei genau das, was nach dem Brexit mit dem Vereinigten Königreich passieren könnte. Für wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass die Finanzwirtschaft gemeinsam mit der verbleibenden Industrie den Präsidenten torpediert. Es wird leider nicht verhindern, dass sich das Klima aus religiösem Fundamentalismus, Nationalismus und Wissenschaftsfeindlichkeit länger hält und tief greifende Veränderungen in der Gesellschaft bewirkt. 1933 wird sehr lange dauern.

    • Interessante These: Wall Street schießt Trump ab? Ich weiß nicht. Hat der da nicht zu viele Freunde?
      Ich baue darauf, dass der Spuk 1937 ein Ende findet.

  6. Da kommt ein Bengel daher mit kürbisblonden Locken, reißt das Maul auf wie ein Esel und rotzt ins weiße Haus. Mister President spielt Meister Propper. Shakespears Dramen wirken blaß dagegen. Ich finde das sowas von verückt, was da abgeht, seit der Wahlkampf mit Donald Trump anfing.

    Elisabeth Wehling veröffentlichte eine Analyse, in der sie Trump und dem amerikanischen Wählerverhalten annimmt. Wie politische Sprache sich ins Gehirn schleicht. Trump benutzt eine einfache Sprache, die Metaphern bedient. Beispielsweise „Wir bauen eine Mauer“, wird vom Gehirn sofort verstanden, während ein Satz der mit „Die Migrationsproblematik…“ anfängt, keinen Beziehung herstellt zum Alltag der Menschen im amerikanischen Alltag.

    Trumps einfache Sprache käme beim Publikum (besser) an und viel empfinden sie als sehr authentisch. Er sagt, was er sich denkt. Kein abstraktes Schönsprech, hinterdem sich die hässlichen Dinge der Politik verbergen. „Trump ist geradezu ein Lehrbeispiel dafür, wie wenig Fakten ausrichten können, wenn sie gegen die moralischen Werbebotschaften sprechen“, meint Wehling.

    • Danke für den ersten Absatz Deines Kommentars. Respektlos aber treffsicher genau zwischen die Augen!

      Der Hinweis auf die Sprachanalyse von Frau Wehling hat mich neugierig gemacht. Ich habe den Artikel tatsächlich gefunden und sofort oben unter meinen Themenlinks aufgenommen. Wirklich bezeichnend. Und erschreckend.

    • Wehling finde ich gut, wie sie das aufdröselt.
      Ein amerikanischer Buchautor bezeichnet es: Trump denkt mit seinem Penis.

    • Bei kurier.at gibts noch eine kleine Analayse seiner Handschrift (Das verrät Donald Trumps Handschrift über ihn) und eine Körperspracheanalyse von Stefan Verra.

    • Danke sehr! Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt habe ich Deine Hinweise beim Kurier entdeckt und in meine Linkliste aufgenommen. Eine schaurige Liste mittlerweile. Und das Dumme ist: Ich find ja noch nicht mal irgendwelche Berichterstattungen, in denen Trump besser wegkommt /o\

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