Puh! – Mein linkstrotzendes Mitschreibeprojekt Kleider-machen-Leute beansprucht meine internette Aufmerksamkeit gerade nicht schlecht. Dort findet Ihr übrigens schon jetzt mengenweise tolle Geschichten zum Thema Kleidung. Echt jetzt!
Aber trotzdem hab ich wieder drei bescheidene Verweise auf außergewöhnliche, anderörtliche Schreibereien in petto, die Ihr Euch auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten. Wenn Du also von da oben zurückkommst, surfe unbedingt da unten weiter! (Es lohnt sich.)

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Sprechen wir über Supermärkte. Genauer gesagt über Supermarktregale, oder noch genauer: über die Ordnung in Supermarktregalen. Frau Nessys Blick streicht unbestechlich durch die Gänge ihres Marktes und deckt Schwachstellen im Synapsennetz der Regaleinräumer auf: Hefe ist das unverstandendste Produkt im Supermarkt.

Ich bin ja ein reinrassiges Großstadtgewächs und als solches vertraut mit ganz vielen verschiedenen U-Bahn-Systemen weltweit. Ich behaupte deshalb mit einigem Fug und Recht: U-Bahnhofarchitektur gehört zu den gruseligsten Bausünden, die je begangen wurden. Man muss wohl annehmen, dass U-Bahnarchitekten zu den schlechtesten (und wahrscheinlich billigsten) Absolventen ihres Studienfaches gehören. Ausnahmen bestätigen die Regel, zum Beispiel in Moskau und St. Petersburg.

Und bevor die Erinnerung an Weihnachten völlig verblasst und das Fest der Feste im Weichspüler der Wunschgedanken in pastellige Instagram-Filtertöne getaucht wird, lies unbedingt noch den ungeheuren, lamettastrotzenden Text der Matrosenpulloverträgerin.

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Meine Lieblinks (11)

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Ehrlich gesagt bin ich gerade ein wenig erschöpft, um nicht zu sagen: völlig erschlagen. Zwei harte Theaterabende liegen hinter mir, zweimal Antransport der Requisiten, zweimal Aufbau, zwei Auftritte und zweimal nächtlicher Abbau und Rücktransport der Requisiten. Einmal letzte U-Bahn verpasst und total verärgert vierzig Euronen für Taxi verprasst.
Heute Morgen brachte mich selbst Ausschlafen bis elf Uhr nicht in Schwung, so dass ich mich zur Mittagszeit mit Fingerfood-Brunch auf die Recamiere zurückzog und nacheinander zwei Krimis aus der ZDF-Mediathek konsumierte. Deshalb lesen Sie heute lieber anderswo.

Zum Beispiel bei Katrin Scheib. Sie müssen nicht unbedingt russisch verstehen, um sich an ihrer kurzen Geschichte über phallsche Freunde im Vokabular der jenseits des Bug gesprochen Sprache zu erfreuen. Raten Sie mal: Was bedeuten die russischen Wörter „Schlagbaum“ und „Phalloimitator“ auf deutsch?

Oder Sie fühlen mit Herrn Leisetöner, der sehr lesenswert über seine Erfahrungen mit modernen Autoradios zu berichten weiß: „Meine erste und wichtigste Einstellung gilt immer dem Sitz. Dann kommt das Radio und dann erst der Rückspiegel. Das mache ich immer so. Sitz gut. Armlehne ok. Radio: Katastrophe!“

Und wenn Sie dann endlich ihren Lieblingssender gefunden haben, lehnen Sie sich zurück und lesen Paul Kaufmanns Anmerkungen zur Anschaffung und Verwendung von sowie Alternativen zu Gleitcreme bei Feuchtigkeitsproblemen.

So. Und damit wünsche ich noch einen schönen Restsonntag. Habe die Ehre!

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Meine Lieblinks (10)

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Ich wage eine Selbstprognose: Belletristik wird mir über kurz oder lang noch wichtiger werden, als sie es ohnehin schon ist. Grund dafür sind die verfluchten – pardon my french – Dauerbrenner rund um den Themenkomplex #refugeeswelcome. Ich mag es nicht mehr sehen, oder hören, oder lesen; es kotzt mich an, wie Menschen mit Menschen umgehen, und es fällt mir verdammt schwer zu verstehen, wie man sich an historische Bewegungen klammern kann, die erwiesener Maßen gegen die Wand gefahren wurden.

Aber es gibt trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen zwei Blogpostings, die ich jedem ans Herz legen will, auch wenn sie oder er so wie ich längst den Kanal voll hat. Der von mir sehr geschätzte (und leider verstummte) Horst Prillinger bricht das Schweigen in seinem Blog und erklärt uns die Situation in Österreich, ohne Pathos und ohne Beschönigung. (Update 2.9.2015: Horst schreibt dann auch noch von der ungewollten Unehrlichkeit. Ja.)
Frau Kittykoma hat eine ähnlich tief gehende Analyse für das Kernland Dunkeldeutschlands parat. Lesen Sie das – und auch die darunter stehenden Kommentare!

Und wenn Sie dann endgültig genug haben von der Welt und der ganzen Sch€!$$3, dann entspannen Sie sich mit ein paar musikalischen Vögeln. (Und ich geh jetzt hinaus in den Winter …)

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Meine Lieblinks (8)

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Luise Terminatrix Kiesselbach

An meine Lieblinks-Leserinnen und -Leser!

Die Zeit ist reif und ich bin urlaubsreif. Ich verabschiede mich zusammen mit Tochter 3.0 in meine Lieblinks-Stadt. Um dort alte Lieblinks-Freunde zu treffen und vielleicht irgendwo am Strand die Lieblinks-Paella zu essen. Außerdem will Tochter 3.0 Spanisch lernen. Bis wir wieder zurück sind, wird hier nicht viel los sein, weil mir meine Lieblinks-Urlaubsvertretung aus dem letzten Jahr abhanden gekommen ist. Aber damit Sie und Ihr trotzdem nicht ganz unverrichteter Dinge abziehen müsst, lasse ich ein paar Leseempfehlungen da.

Bei Frau Fragmente zu Cyberhause werden bestimmt viele von Ihnen schon mal gelesen haben. Früher™. Denn in den letzten Jahren war es richtig still bei ihr. Aber jetzt ist sie zurück und erzählt zum Beispiel, warum sie Snoopy-Sticker auf dem Laptop kleben hat, was sie auf ihrem Sofa treibt, über die Tücken der Promotion und über Prokrastination. – Lesen Sie das unbedingt, Sie werden es nicht bereuen!

Von ganz anderen Umständen können Sie beim Herrn Leisetöner lesen. Zum Beispiel von Sonntagskäufern mit Hut und von Profieinkäufern, von kuhäugigem niederen Verkaufspersonal und von auf-den-Sack-gehenden Chefverkäufern; also von all den Menschen, die man in Großhandelsmärkten treffen kann. – Lernen Sie das auswendig, bevor Sie in den Metro gehen.

Warum Frau Haessy nicht nach Pinneberg will, kann ich gut verstehen. (Nicht dass ich Pinneberg kennen würde. Aber ich stell mir vor, ihr geht es mit Hamburg ungefähr so, wie mir mit Barcelona: Einmal dort gewesen, möchte man nicht mehr weg.) – Wenn Sie also wissen wollen, wie das so ist, in Pinneberg, und wo man dort Dementoren finden kann, dann lesen Sie hier nach. Das sollten Sie übrigens alleine schon deshalb tun, damit Sie nicht irgendwann Gefahr laufen, sich reflexartig die Augäpfel herauszureißen.

¡Hasta pronto! – Aber bevor ich gehe, lasse ich Ihnen noch eine kleine Aufgabe da: Vielleicht haben Sie sich ja schon gefragt, wer das da ganz oben auf dem Bild ist? Nun, Sie haben die Wahl: Ist das ein Szenenausschnitt aus dem neuen Terminator Genisys? Oder ist auf dem Foto ein mir gut bekannter, verirrter Besucher bei der Einweihungsfeier des Luise-Kiesselbach-Tunnels zu sehen? – Hinterlassen Sie Ihre Antwort als Kommentar unter diesem Text. Unter allen richtigen Antwortern verlose ich eine kleine Überraschung aus Barcelona, sobald ich wieder zurück bin, irgendwann in der zweiten Augusthälfte.

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Und wenn Ihnen langweilig wird, lesen Sie doch meine Lieblinks (7)

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Wenn Sie bei mir nichts finden, das Sie interessiert, dann sehen Sie doch mal bei meinen frühsommerlichen Lieblinks nach.

Allen Schrift- und Schreibinteressierten lege ich dringlich zwei umfassende und dennoch äußerst unterhaltsam Artikel des Herrn Trithemius aus dem gleichnamigen Teppichhaus ans Herz. Im ersten referiert er trefflich über Entstehung, Besonderheiten und Niedergang der Handschrift. Im zweiten Aufsatz geht es dann um die Weltherrschaft des Alphabets.

Die zweite Empfehlung betrifft eine junge Schreiberin, die „erlesene Gedanken“ zu Papier bringt in die Tasten haut unter dem Blogtitel „Was uns ausmacht“. Lesen Sie die Geschichten zweier Paare, deren Gemeinschaften am Ende sind, die Liebe erloschen, die nächsten Schritte führen unweigerlich auseinander.

Scheiternde Paarbeziehungen machen Sie traurig? Dann sehen Sie doch nach, wo es noch knistert und blitzt! Auf den Lightningmaps können Sie in Echtzeit erkennen, wo gerade der Blitz einschlägt:

Zu den Lightningmaps

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Meine Lieblinks (6)

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