Ich wage eine Selbstprognose: Belletristik wird mir über kurz oder lang noch wichtiger werden, als sie es ohnehin schon ist. Grund dafür sind die verfluchten – pardon my french – Dauerbrenner rund um den Themenkomplex #refugeeswelcome. Ich mag es nicht mehr sehen, oder hören, oder lesen; es kotzt mich an, wie Menschen mit Menschen umgehen, und es fällt mir verdammt schwer zu verstehen, wie man sich an historische Bewegungen klammern kann, die erwiesener Maßen gegen die Wand gefahren wurden.

Aber es gibt trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen zwei Blogpostings, die ich jedem ans Herz legen will, auch wenn sie oder er so wie ich längst den Kanal voll hat. Der von mir sehr geschätzte (und leider verstummte) Horst Prillinger bricht das Schweigen in seinem Blog und erklärt uns die Situation in Österreich, ohne Pathos und ohne Beschönigung. (Update 2.9.2015: Horst schreibt dann auch noch von der ungewollten Unehrlichkeit. Ja.)
Frau Kittykoma hat eine ähnlich tief gehende Analyse für das Kernland Dunkeldeutschlands parat. Lesen Sie das – und auch die darunter stehenden Kommentare!

Und wenn Sie dann endgültig genug haben von der Welt und der ganzen Sch€!$$3, dann entspannen Sie sich mit ein paar musikalischen Vögeln. (Und ich geh jetzt hinaus in den Winter …)

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Meine Lieblinks (8)

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Luise Terminatrix Kiesselbach

An meine Lieblinks-Leserinnen und -Leser!

Die Zeit ist reif und ich bin urlaubsreif. Ich verabschiede mich zusammen mit Tochter 3.0 in meine Lieblinks-Stadt. Um dort alte Lieblinks-Freunde zu treffen und vielleicht irgendwo am Strand die Lieblinks-Paella zu essen. Außerdem will Tochter 3.0 Spanisch lernen. Bis wir wieder zurück sind, wird hier nicht viel los sein, weil mir meine Lieblinks-Urlaubsvertretung aus dem letzten Jahr abhanden gekommen ist. Aber damit Sie und Ihr trotzdem nicht ganz unverrichteter Dinge abziehen müsst, lasse ich ein paar Leseempfehlungen da.

Bei Frau Fragmente zu Cyberhause werden bestimmt viele von Ihnen schon mal gelesen haben. Früher™. Denn in den letzten Jahren war es richtig still bei ihr. Aber jetzt ist sie zurück und erzählt zum Beispiel, warum sie Snoopy-Sticker auf dem Laptop kleben hat, was sie auf ihrem Sofa treibt, über die Tücken der Promotion und über Prokrastination. – Lesen Sie das unbedingt, Sie werden es nicht bereuen!

Von ganz anderen Umständen können Sie beim Herrn Leisetöner lesen. Zum Beispiel von Sonntagskäufern mit Hut und von Profieinkäufern, von kuhäugigem niederen Verkaufspersonal und von auf-den-Sack-gehenden Chefverkäufern; also von all den Menschen, die man in Großhandelsmärkten treffen kann. – Lernen Sie das auswendig, bevor Sie in den Metro gehen.

Warum Frau Haessy nicht nach Pinneberg will, kann ich gut verstehen. (Nicht dass ich Pinneberg kennen würde. Aber ich stell mir vor, ihr geht es mit Hamburg ungefähr so, wie mir mit Barcelona: Einmal dort gewesen, möchte man nicht mehr weg.) – Wenn Sie also wissen wollen, wie das so ist, in Pinneberg, und wo man dort Dementoren finden kann, dann lesen Sie hier nach. Das sollten Sie übrigens alleine schon deshalb tun, damit Sie nicht irgendwann Gefahr laufen, sich reflexartig die Augäpfel herauszureißen.

¡Hasta pronto! – Aber bevor ich gehe, lasse ich Ihnen noch eine kleine Aufgabe da: Vielleicht haben Sie sich ja schon gefragt, wer das da ganz oben auf dem Bild ist? Nun, Sie haben die Wahl: Ist das ein Szenenausschnitt aus dem neuen Terminator Genisys? Oder ist auf dem Foto ein mir gut bekannter, verirrter Besucher bei der Einweihungsfeier des Luise-Kiesselbach-Tunnels zu sehen? – Hinterlassen Sie Ihre Antwort als Kommentar unter diesem Text. Unter allen richtigen Antwortern verlose ich eine kleine Überraschung aus Barcelona, sobald ich wieder zurück bin, irgendwann in der zweiten Augusthälfte.

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Und wenn Ihnen langweilig wird, lesen Sie doch meine Lieblinks (7)

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Wenn Sie bei mir nichts finden, das Sie interessiert, dann sehen Sie doch mal bei meinen frühsommerlichen Lieblinks nach.

Allen Schrift- und Schreibinteressierten lege ich dringlich zwei umfassende und dennoch äußerst unterhaltsam Artikel des Herrn Trithemius aus dem gleichnamigen Teppichhaus ans Herz. Im ersten referiert er trefflich über Entstehung, Besonderheiten und Niedergang der Handschrift. Im zweiten Aufsatz geht es dann um die Weltherrschaft des Alphabets.

Die zweite Empfehlung betrifft eine junge Schreiberin, die „erlesene Gedanken“ zu Papier bringt in die Tasten haut unter dem Blogtitel „Was uns ausmacht“. Lesen Sie die Geschichten zweier Paare, deren Gemeinschaften am Ende sind, die Liebe erloschen, die nächsten Schritte führen unweigerlich auseinander.

Scheiternde Paarbeziehungen machen Sie traurig? Dann sehen Sie doch nach, wo es noch knistert und blitzt! Auf den Lightningmaps können Sie in Echtzeit erkennen, wo gerade der Blitz einschlägt:

Zu den Lightningmaps

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Meine Lieblinks (6)

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Zeit für ein paar neue Lieblinks! Schauen Sie doch mal, was ich so geschaut habe in den letzten Wochen:

Die von mir sehr geschätzte Frau Diener fährt für uns in den Urlaub. Und zwar in die Wüste. Merke: »Wenn der Berber auf dem Jeepdach steht, des besseren Handyempfangs wegen, dann stimmt etwas nicht. Und Gespräche, die auf „Inshallah“ enden, sind immer ein schlechtes Zeichen.«

Wenn Sie lieber zu Hause auf dem Sofa bleiben, versuchen Sie doch einmal, sich an sieben bekannte Fotos zu erinnern; also solche, die nie aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschheit verschwinden werden. Und dann sehen sie nach, wie zwei Schweizer Fotografen solche Fotos als Miniaturen nachstellen:

Olympia '72

Da bleibt Ihnen das Lachen im Halse stecken? – Dann habe ich noch ein paar Begriffsdefinitionen von Tilmann Rammstedt für Sie zum Thema Beziehungen & Liebeschaos, die Sie bestimmt wieder fröhlich stimmen werden:
»Nekrophilie – Man liebt Tote. Weil die einem in Ruhe zuhören und nicht ständig Tanzkurse machen wollen. Außerdem sind viele davon sehr gut angezogen.«

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Meine Lieblinks (5)

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Machen Sie jetzt mal nicht lang rum, sondern sehen Sie sich meine drei aktuellen Lieblinks-Seiten an. Es lohnt sich, ich schwör!

Wussten Sie zum Beispiel schon, dass Marge Simpson tatsächlich Margret heißt, allerdings aus Deutschland stammt und in den Jahren 1969 und ’70 eine Affaire mit ihrem Chef hatte, einem gewissen Günter K.? – Diese Erkenntnis verdanken wir der Sammelleidenschaft dieses sauberen Herrn K., der nicht nur Seitenspringer-Fotos geknipst sondern auch leere Anti-Baby-Pillen-Blister und Haarlocken seiner Margret aufgehoben hat. Deutsche Präzision in Reinkultur!

Wenn Sie wissen wollen, wer zum Teufel die Plastikdeckel von To-Go-Getränken erfunden hat, dann lassen Sie sich das am besten vom Herrn Leisetöner erklären. Keiner kann ’s besser!

Und falls Sie womöglich dem Irrglauben anhängen, die Welt stünde nur alle paar Monate oder Wochen oder Tage vor dem Abgrund, lassen Sie sich diesen Zahn doch bitte von der Gräfin mit dem Citronenbusen ziehen: … und das ist auch schon das ganze Geheimnis.

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Meine Lieblinks (4)

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Geben Sie es zu: Es gibt Dinge, von denen Sie durchaus gerne wüssten, wie sie sich so anfühlen; zumindest so lange, bis Sie es ausprobiert haben. Dann gibt es aber kein Zurück mehr. – Doch nicht alles muss man selbst erleben. Denn den Beruf des Vorkosters gibt es noch immer, auch wenn wir das Mittelalter längst hinter uns gelassen haben:

Frau Haessy geht zum Billigfriseur und entdeckt dabei ihre Liebe zu stark schwitzenden Männern, alternden Friseuren mit genitalbetonenden Jeans, zu aggressiven Tauben beim Nestbau und zum Kapitalismus: Aha. Okay?

Marie von den Benken dümpelt hirntot auf dem Mittelmeer.

„Vielleicht war es schlicht so eine Freude an der Unsichtbarkeit, am Hier-wie-dort-sein, an der Beweglichkeit, die über Jahre […] dazu führt, dass man nie wirklich irgendwo ist, sondern wie ein Läufer auf einem lange belichteten Bild nirgends wirklich und überall zugleich, ein farbig-rotierender Schatten, Wolken am stürmischen Himmel, und nun, des Wirbeln beraubt, verdammt zur Sichtbarkeit und – wenn mich nicht alles täuscht – schon ein ganz klein wenig gelangweilt.“ (Frau Modeste analysiert hinreißend plastisch die Befindlichkeiten ehemaliger Firmenberater.)

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Meine Lieblinks (3)

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