Ass-Tag Convention

Handtuch mit Bedienungsanleitung

Es muss mit dem Alter zu tun haben, dass man sich mehr und mehr mit Hygienefragen beschäftigt. Vielleicht liegt es daran, dass man nicht – schon  in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren – als müffelnder Greis enden möchte. Jüngere Menschen können das meistens nicht verstehen; Patricia* wettert beispielsweise gegen einen altchristlichen Irrglauben, der bewirkt, dass sich moderne Frauen Duftbäumchen in die Unterhosen stecken. Ich erinnere mich ja durchaus noch daran, mich bis ins zarte Alter eines Twens einen – Entschuldigung! – Scheißdreck darum gekümmert habe, mit welchem Ende des Handtuchs ich mir gerade Gesicht oder Hintern abgetrocknet habe.

Die zarte Gesichtshaut eines Silberrückens könnte allerdings den Kontakt selbst mit minimalen Mengen von Fäkalpartikeln übel nehmen und einen solchen womöglich sogar mit rasanten Alterungserscheinungen quittieren. Man weiß es nicht. Aber schließlich ist man ja keine Schmeißfliege. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass Erfindungen wie das Handtuch da oben Verkaufsrekorde erzielen.

Wie aber sollen Besitzer von Standardhandtüchern eine hygienisch einwandfreie Handhabung des Tuches sicher stellen? – Ich bin so froh, dass unsere US-amerikanischen Freunde selbst dafür eine Lösung gefunden haben: die Ass-Tag Convention. Die besteht darin, dasjenige Ende des Handtuches mit dem Zippel daran, also dem Schläufchen mit Waschhinweisen oder dem Herstellernamen, ausschließlich für die unteren Körperpartien zu verwenden. Das entgegengesetzte Ende des Handtuches darf dann getrost für die Trocknung von Gesicht und Kopfhaar eingesetzt werden.

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Finden nicht auch Sie es beruhigend, mit welch geringem organisatorischen Aufwand sicher zu stellen ist, die zivilisatorische Errungenschaft der persönlichen Sauberkeit aufrecht erhalten zu können? – Ich wünsche einen sauberen Wahlsonntag allerseits.

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*) Patricia. Mit c. Nicht mit z.

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4 Kommentare

  1. Tut mir ja furchtbar leid, aber der muss jetzt einfach raus, weil ungemein passend zum Thema:
    Fragt ein Mann seine Frau: „Du, sag mal, was bedeuten eigentlich die beiden Buchstaben ‚A‘ und ‚G‘ auf den beiden Seiten unserer Handtücher?“
    Sie: „Das steht für ‚Antlitz‘ und ‚Gesäß‘!“
    Er: „Oh Mist, und ich dachte immer, das steht für ‚Arsch‘ und ‚Gesicht’…“

  2. Öhm. Wie lange ist man jünger? Ich bin bald 40. Freue mich über die Verlinkung – Grüße Patricia mit c (sorry, ich hab diese „z“-Allergie)

    • Da sind Sie ja noch ein richtig junger Hüpfer! – Aber das Besondere am Komparativ bei Adjektiven, die einen Altersbezug haben, ist ja, dass die Steigerungsform genau das Gegenteil dessen bedeutet, was sie nach grammatischen Regeln eigentlich bewirken sollte:

      Alte Menschen sind, na, sagen wir mal, ungefähr siebzig. Oder achtzig. Ältere Menschen sind hingegen nicht etwa neunzig oder hundert. Sie sind vielleicht fünfzig oder sechzig. Oder vierzig?

      Genauso wie jüngere Menschen ungefähr vierzig oder dreißig sind. Oder fünfzig?

      Aber ich versichere Ihnen: Im Vergleich zu mir sind Sie sogar im grammatischen Sinn deutlich jünger als ich ;-)

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