Krisengeschäft

Gerne mäkeln wir an den Banken herum. „Krisengewinnler“ nennen wir sie, „Geschäftemacher“, „asozial“, „unmenschlich“, „unethisch“. Das ist alles hundertprozentig richtig, aber durch unser Gemecker ändern wir sie nicht. Im Gegenteil, kritisierte Bänker rollen sich ein wie Igel und machen dann weiter wie zuvor, sobald die bellenden Schnüffelhunde weitergezogen sind.

Vielleicht sollten wir statt zwecklos zu meckern lieber selbst zusehen, womit wir über die Runden kommen können, wenn es wieder einmal eng wird: der Job weg, Herr Hartz am Horizont, die Familie am Hungertuch. Aus Spanien kommt ein tolles Rezept für Hausmacherwein, den wir Komasäufern jederzeit für gutes Geld andrehen können, ohne selbst nennenswerte Produktionsausgaben gehabt zu haben.

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Zutaten:
10 Orangen (gerne überreif aus Supermarktabfällen)
50 Zuckerbriefchen (von Caféhaustischen eingesammelt)
1 Liter Leitungswasser
6 Ketchuptütchen (zum Beispiel vom Herrn Ronald)
1 Dose Früchte in Sirup (eventuell kostenlos mit Flugschaden, wo es ALDI guten Dinge gibt)
1 große, möglichst dickwandige Plastiktüte
1 Herrensocke (nach Möglichkeit gewaschen)

1 Literflasche (leer, aus Glas oder Kunststoff)

Die Orangen schälen, in die Plastiktüte werfen, die Früchte in Sirup dazugießen und den Tüteninhalt zerquetschen und zermantschen. Das Wasser nach Möglichkeit erhitzen und in die Tüte gießen. Die Tüte eine Viertelstunde lang in heißem Wasser baden, danach luftdicht verschließen, in ein Handtuch wickeln und während 48 Stunden an einem warmen Ort lagern.

Die Tüte sollte sich inzwischen leicht aufgebläht haben. Öffnen, den Zucker und das Ketchup zugeben. Wieder verschließen, schütteln und eine halbe Stunde in heißem Wasser baden. Weitere drei Tage ziehen lassen.

Den Inhalt der Plastiktüte durch die Socke filtern, in die Literflasche abfüllen. Nach Möglichkeit gut abkühlen, danach sofort servieren verkaufen.

Salut i força al canut!

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3 Kommentare

    • Preise sind in unserer kapitalistischen Gesellschaft doch immer eine Frage von Angebot und Nachfrage. Zu vorgerückter Stunde inmitten eines vernünftigen Botellóns wird man so ein Fläschchen sicher für 10 oder 20 Euro los. Als Kommissionsware bei Jacques könnte man womöglich nur ein Zehntel des eben genannten VauKahs erzielen, befürchte ich. Ist ja letztlich auch eine Geschmacksfrage. Hast Du schon gekostet? :-D

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