Deine Haut

Sie kuschelte sich an seine Seite und streichelte mit der Rechten sanft seinen Rücken. – »Deine Haut fühlt sich wunderbar an, Salomon«, flüsterte sie zärtlich. »Ich werde immer an Deiner Seite sein, Liebster.«

»Sei nicht so voreilig mit Deinen Versprechungen«, brummelte Salomon und krümmte seine Wirbelsäule noch ein wenig mehr, weil ihm die Finger des Mädchens elektrische Schauer über den Rücken laufen ließ. »In ein paar Jahren, wenn Du erst einmal so alt bist wie ich, wirst Du einen anderen kennen lernen und mich vergessen.«

»Niemals. Niemals wird das passieren, Salomon!« Sie klammerte sich seinen Körper. »Keiner ist so schön wie Du, keiner hat so eine samtige Haut wie Du. Ich bleibe bei Dir, bis dass der Tod uns scheidet.«

Eng aneinander geschmiegt saßen die beiden da und blickten auf die vor ihnen liegende Stadtmauer des kleinen Ortes in der Nähe von Valladolid. Sie dachten beide daran, dass ihnen noch eine lange Reise bevorstand, bis sie irgendwann Wien erreichen würden – wenn sie es überhaupt so weit schaffen sollten. Und keiner konnte voraus sagen, wie oft und wie lange sie noch einmal Momente des Glücks erleben würden wie in diesem Augenblick.

Salomon stieß einen gefühlvollen Trompetenton aus.

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Elefan

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3 Kommentare

  1. Dies ist eine sehr gelungene Geschichte, besonders in Kombination mit dem Foto des Mädchens und dem Elefanten. Anfangs – ohne das Foto – denkt man an eine Liebesbeziehung zwischen einem älteren Herrn und einer jungen Frau. Sehr gut gelungen und tolle Wortwahl!

    lg Alex

    • Allerbesten Dank! Ich freu mich über Dein Kompliment, Alex.

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