Höhenangst

Diese stripteasige 20-Fakten-über-Geschichte ist ja nun schon einige Monate alt. Im Nachhinein wundere ich mich ein bisschen, in meiner Wahnsinnslinkliste nur ein einziges Mal über Höhenangst gelesen zu haben:

„Ich habe etwas Höhenangst: Auf dem Maintower kann ich stehen, weil der Turm breit genug ist, die Aussichtsplattform kleiner ist als der Grundriss, und weil der Abgrund so nicht direkt unter mir ist. Auf dem Eiffelturm habe ich hingegen nur die mittlere Aussichtsplattform ausgehalten und bin nicht weiter hoch gefahren. Hoch oben und schmal in Kombination geht gar nicht. In den Schweizer Alpen bin ich von einem gar nicht mal sooo steilen Berg teilweise in Vierfüßler-Stellung runtergekrabbelt, und wenn ich aufrecht lief, habe ich gebetet. Und das, obwohl ich Stöcke dabei hatte. Ja, es ist mir etwas peinlich.“
Michaela Albrecht im „Wörterfall“

Bei diesem Thema muss ich unwillkürlich an diese russischen Fotofreaks denken, die seit Zeiten in den Fotocommunities die Runde machen mit Bildern von irgendwelchen turmhohen Gebäuden, auf denen sie scheinbar ungesichert und trotzdem ohne jedes Anzeichen von Höhenangst herumturnen. – Kennt Ihr bestimmt!

In der Silvesternacht stand ich mit einem Freund auf unserer Küchenterrasse, die aus einem fünfzig Zentimeter hohen Steinsockel vor einer Rasenfläche besteht. Zum Thema Höhenangst forderte mich der Freund zu einem Experiment auf: „Stell Dich doch mal mit dem Rücken zum Rasen an die Terrassenkante, so dass nur deine Zehenspitzen auf der Terrasse stehen und Deine Fersen über dem Abgrund schweben. Wippe auf den Zehenspitzen auf und ab, strecke ein Bein nach hinten über den Abgrund!“

Er hatte recht. Trotz der Schampusdosis des Abends funktionierte die minutenlange Übung problemlos, ohne Absturz in den Garten hinter mir. Ich wage gar nicht daran zu denken, was passiert wäre, hätte ich die gleichen Übungen auf russischen Fotoshootingtürmen oder am Rande eines Grand-Canyon-Abbruches durchgeführt. Schauderhaft!

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Das Geheimnis besteht wahrscheinlich darin, die Absturzgefahr mental ausblenden zu können. Oder sie vielleicht gar nicht erst sehen zu können.

Pilzköpfe oder Nikloausinen?

Haarige Schaufensterdamen in einer Frankfurter Geschäftsauslage

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