Papierlos lesen (2)

Auf meiner Suche nach erfüllenden E-Book-Erlebnissen hatte ich mich ja bereits wegen diktatorischer Nutzungsbedingungen und -möglichkeiten gegen Amazons Kindle ausgesprochen. Nun berichtete Blogger Martin Bekkelund über eine merkwürdige Begebenheit, derzufolge eine seiner Bekannten aller bei Amazon gekauften E-Books verlustig gegangen sei, weil der Online-Riese Regelverstöße auf ihrer Seite ausgemacht haben wollte. Sie habe viel Geld investiert, um amazonische Bücher lesen zu können, die ihr dann jedoch allesamt gelöscht worden seien.

Inzwischen ist der Fall in der Presse, und die Betroffene wurde offenbar dank des Druckes der Öffentlichkeit rehabilitiert. Für mich ist dieser Vorfall ein Grund mehr, mich nicht weiter mit dem Kindle zu befassen: Wenn ich einmal für ein Buch oder E-Book Geld ausgegeben habe, würde ich es schon ganz gerne behalten, auch dann wenn mir meine Buchhandlung – aus welchen Gründen auch immer – Hausverbot erteilt. Amazons Digital Rights Management und das nicht standardisierte Dateiformat aber machen es unmöglich, gekaufte E-Books zur Sicherheit zu kopieren, ohne dass man sich dabei strafbar macht.

Kann ja wohl nicht sein. Oder?

(via @Elfengleich)

||||| 0 Gefällt Dir? |||||

5 Kommentare

  1. Wenn ich nach Kauf einer Ware nicht rechtmäßiger Eigentümer bin, mir also nicht obliegt, was ich damit weiter anfange, dann brauche ich den Gegenstand auch nicht kaufen, Copyrights hin oder her, und dass sich Amazon damit nur ins eigene Fleisch schneidet, werden die auch noch erkennen. Für mich jedenfalls steht schon seit langem fest: große Bogen um Amazon, ganz große Bogen um E-Books.

    • In Amazons AGBs steht wohl, dass man keine Bücher erwirbt sondern Nutzungslizenzen an den Büchern. Und dass Amazon diese Lizenzen ohne Angabe von Gründen zurückziehen kann. Aber wer liest schon AGBs.

      Du hast also auch aus meiner Sicht recht, wenn Du vorschlägst, den E-Books von Amazon weiträumig aus dem Weg zu gehen. Ganz auf Amazons Angebote verzichten möchte ich allerdings nicht. In einigen Fällen habe ich Papierbücher in keiner erreichbaren Buchhandlung bekommen können, bei Amazon allerdings schon. Dann bin ich schon mal über meinen Schatten gesprungen und habe – schweren Herzens – beim Online-Riesen bestellt.

      Begeistert bin ich allerdings auch nicht vom Geschäftsgebaren Amazons.

  2. Pingback: Papierlos lesen (3) «

  3. Pingback: Papierlos lesen (5) |

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.