Tot ziens, Frau Fasten

Meiner Schwäche für Gemälde zweier Maler des ausgehende Spätmittelalters, Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel den Älteren, veranlassen mich dazu, am heutigen Ostersonntag einen Ausschnitt aus einem meiner Lieblingsbilder hier auszustellen: Mit den Darstellungen auf Breughels Kampf zwischen Karneval und Fasten kann man sich stundelang beschäftigen, wenn man genügend Muße für all die kleinen Details mitbringt. Man darf diese breughelsche Szenenansammlung nicht als „Wimmelbild“ verunglimpfen; meine verblassende Erinnerung an das Kunstabitur vor gut dreißig Jahren flüstert mir immer noch den Fachbegriff „enzyklopädisches Schaubild“ ein.

Der Kampf zwischen Karneval und Fasten (Pieter Brueghel der Ältere, 16. Jahrhundert)
(Quelle: Kunsthistorisches Museum Wien, Foto: public domain)

 
Auf der linken Gemäldeseite finden sich die Jecken wieder, während rechts die Verfechter der Fastenzeit aufmarschieren. Sehr schön finde ich die Szene des Fischerstechens zwischen „Prinz Karneval“ mit dem Fleischspieß und „Frau Fasten“ mit einer Brotschaufel als Waffe, auf der zwei Heringe liegen. – Ich liebe dieses Bild …

Es ist übrigens ein Gerücht, dass ich nach über sechs Wochen Schwäbischer Bierbrauerdiät Figur und Farbgebung von Frau Fasten in ihrer grauen Kutte angenommen hätte. Heute ist trotzdem Schluss, und ich werde mir gegen Abend genüsslich ein Glas Wein genehmigen. – Prost, Gemeinde!

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Fastentage seit Aschermittwoch: 45
Gewicht: minus 10 kg

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